The Drop That Contained The Sea

Der Tropfen, der das Meer enthielt

«The Drop That Contained the Sea» stammt aus dem Jahr 2014. Wasser ist eine der mächtigsten Kräfte der Welt. Es schafft Leben und bringt den Tod, und es hat die Macht, das Gesicht der Erde zu formen. Wasser bedeutet in den verschiedenen Kulturen unterschiedliche Dinge.
So ist jedes Stück in diesem Werk von Wasser in einer anderen Form inspiriert, angeordnet in der Reihenfolge, in der Wasser durch die Welt fliesst: schmelzender Schnee, Gebirgsbäche, Flüsse und schliesslich das Meer.

Wie bei «Calling All Dawns» mündet das Ende des Albums wieder in den Anfang und spiegelt so die endlose Natur des Wasserkreislaufs wider. Jedes der 10 Stücke wird ebenfalls in einer anderen Sprache gesungen und erforscht eine andere Gesangstradition: bulgarische Frauenchöre, mongolischer Kehlkopfgesang und portugiesischer Fado, um nur einige zu nennen.

Diese Musik von Christopher Tin wird wegen des grossen Aufwands nur selten live aufgeführt. Der Teamchor Jona bringt beide Werke das erste Mal in der Ostschweiz zur Aufführung!

Aufgeführt werden folgende Stücke:

Water Prelude

Wasser Preludium

Sprache: Indogermanische Ursprache

Im Wasser Preludium werden verschiedene Variationen über das Wort "Wasser" in einer indogermanischen Ursprache (siehe dazu auch Wikipedia) besungen.

wódr  
wédns  
wédoːr  
ħákwaħ  
ħrósaħ  
hróːs
udéni

Wasser
des Wassers
die Wässer
Wasser
Feuchtigkeit
Feuchtigkeit
im Wasser

Haktan Gelen Şerbeti

Der Trank von Gott

Sprache: Türkisch

Gedicht von Yunus Emre. Yunus Emre (* um 1240; † um 1321) war ein türkischer Dichter und Mystiker, der zur Zeit des osmanischen Reiches lebte und zu den bekanntesten Vertretern des Sufismus (islamische Mystik) gehört. Er ist bekannt für seine Gedichte, die in einer einfachen, volkstümlichen Sprache verfasst sind und die Liebe, das Leben und die Spiritualität thematisieren. 

Haktan gelen şerbeti içtik elhamdülillah  

Şol kudret denizini geçtik elhamdülillah  

Kuru idik yaş olduk ayak idik baş olduk  

Kanatlandık kuş olduk uçtuk elhamdülillah  

Şol karşıki dağları meşeleri bağları  

Sağlık sefalık ile geçtik elhamdülillah  

Vardığımız illere şol sefa gönüllere  

Baba Tapduk ma'nisin saçtık elhamdülillah  

Dirildik pınar olduk ırıldık ırmak olduk  

Aktık denize daldık taştık elhamdülillah 

Beri gel barışalım yâd isen bilişelim  

Atımız eğerlendi eştik elhamdülillah

Den Trank, den die Wahrheit herabgesandt hatte, tranken wir, Ehre sei Gott.

Wir überquerten den Ozean der Macht, Ehre sei Gott.

Wir waren trocken, wir wurden nass, wir waren Füsse, wir wurden Köpfe.

Uns wuchsen Flügel, wir wurden zu Vögeln, wir flogen, Ehre sei Gott.

Wir überquerten die Hügel, Eichenwälder und Weinberge gegenüber.

Wir zogen mit Gesundheit und Freude hindurch, Ehre sei Gott.

Wir brachten Freude in die Länder, die wir erreichten, und verbreiteten sie in unseren Herzen.

Baba Tapduk, wir verbreiteten deine spirituelle Botschaft, Ehre sei Gott.

Wir wurden zu einem Rinnsal, das zu einem Fluss anwuchs. Wir flogen los und trieben ins Meer. Wir flossen über, Ehre sei Gott.

Komm her, lass uns Frieden schliessen. Wenn wir uns an dich erinnern, lass es uns wissen.

Unser Pferd wurde gesattelt, und wir ritten, Ehre sei Gott.

Temen Oblak

Schwarze Wolken

Sprache: Bulgarisch

Beschrieben wird ein Sturm der aufkommt und wie dann Regen und Hagel niederprasselt. Dabei handelt es sich um eine Metapher, die im historischen Kontext Bulgariens unter osmanischer Herrschaft, einschliesslich der Kämpfe und des Widerstands des bulgarischen Volkes zu verstehen ist. Basis ist ein Gedicht des bulgarischen Literaten und Revolutionär Christo Botew (*25. Dezember 6. Januar 1848, †1. Juni 1876).

Zadade se oblåk témen
Otkum gora, ot Bålkana

Eh, moy dyado, tejko vreme!
Raloto se edvam vlachi

Zakapaha edri kapki
Neli ne sa kapki drebni.
Boorya strashna shte da revne
Neli ne sa kapki drebni.

Kaji dyado, che az pomnya
Kakuv yunak naped beshe
Bog da prosti baba Stoina
Tya peeshe, ti oreshe

“Eh moj sinko! Shto me pitash?
Chui tos garvan de tam grachi..
No f’selo neli otivash
Shte da vidish zashto place

Star voyvoda sled tui ralo!
Tam seloto se e zbralo
Na megdana za da gleda
Moyte momtzi, moyte cheda!

Zadade se oblåk témen
Dali shte e dujdétz dreben?

Seki ticha, f’selo byaga,
Dyado ne shte da razpryaga

Eine dunkle Wolke ist aufgezogen
aus den Bergen und dem Wald.

Ach, Grossvater, es sind unruhige Zeiten!
Das Ziehen des Pfluges ist hart.

Grosse Regentropfen haben begonnen zu fallen,
das ist kein sanfter Nieselregen mehr.
Ein furchterregender Sturm heult –
das ist kein sanfter Nieselregen mehr.

Erzähl mir, Grossvater – ich erinnere mich,
wie du einst tapfer und stolz schrittst.
Oma Stoyna lebte damals noch –
sie sang, während du pflügtest.

„Ach, mein Sohn, warum fragst du?
Hör auf das Krächzen des Raben…
Aber wenn du ins Dorf gehst,
wirst du herausfinden, warum die Tränen

einen alten Häuptling ersticken, der seinem Pflug folgt.
Denn das Dorf versammelt sich ringsum,
auf dem Platz,
um meine Kinder, meine jungen Männer, zu weiden!

Eine dunkle Wolke ist aufgezogen,
bedeutet das einen sanften Nieselregen?

Alle rennen durchs Dorf,
aber Opa will die Stränge nicht losmachen.

Iza Ngomso

Komm morgen

Sprache: Xhosa

Xhosa ist eine Sprache Südafrikas. Die Besonderheit dieser Sprache sind die Klicklaute.
Das Stück ist eine Adaption des Gedichts "Kéramos" des US-amerikanischen Dichters Henry Wadsworth Longfellow (1807-1882).

Imvula izawubuya ezulwini
Umphungu uphinde ube imvula namafu
Ndizawuqabela
Apho amatapha nentsimi eluhlaza
Izikhephe ezizotyiweyo zibhabha
emoyeni

Njengentaka ndiyabhabha,
ndibamba umoya
Njengentaka ndiyabhabha,
ndibambelele ngamaphiko

Iza ngomso
Kuzawubalela
Makube ngomso

Iyeza imini

Ndibhabha, ndidada emhlabeni wonke,
Ndibamba umoya
Phezukwe santizasendle, phezukwamalwandle namachibi

Njengentaka ndiyabhabha,
Njengentaka ndiyacula

Lizaw’balela
Makube ngomso

Der Regen kehrt in die Wolken zurück
Die Wolken bringen den Regen herab
Ich werde klettern
Wohin über grünen Feldern und Weiden
die bemalten Schiffe hoch in der Luft schweben.

Wie ein Vogel fliege ich,
ich halte mich am Wind fest
Wie ein Vogel fliege ich,
ich halte mich an meinen Flügeln fest

Komm morgen
Der Regen wird aufhören
Möge es morgen sein

Der Tag kommt

Ich fliege, ich schwimme über alle Länder
Ich halte mich am Wind fest
Über Wüstensand, über Golf und Bucht

Wie ein Vogel fliege ich,
Wie ein Vogel singe ich

Die Wolken werden sich lichten
Möge es morgen sein

Devipravaha

Göttinnen-Fluss

Sprache: Sanskrit

Adaptiert von Gangashtakam (auch Ganga Ashtakam), einem von Adi Shankara komponierten Oktett zum Lob des Flusses Ganges.

bhagavati tava tire nira-matrashano 'ham
vigata-vishaya-trishnah krishnam aradhayami
sakala-kalusha-bhange svarga-sopana-sange

taralatara-tarange devi gange prasida

Ich trinke nur Wasser an deinem Ufer, oh Göttin.
Frei von meinen weltlichen Wünschen verehre ich Krishna.
Zerstörer all unserer Sünden, der du zur Treppe des Himmels geworden bist.

Mit ewig schwankenden Wellen, oh göttliche Ganga: Sei gütig!

Haf Gengr Hriðum

Das sturmgepeitschte Meer

Sprache: Altisländisch

Das Lied stammt aus der Edda, einer Sammlung von Götter- und Heldenliedern aus der nordischen Mythologie. Das Götterlied (Hyndluljóð, "Das Lied der Hyndla"; Hyndla ist eine Riesin mit Zauberkräften), aus dem der Text des Liedes stammt, entstand im späten vierzehnten Jahrhundert.

Haf gengr hríðum
við himin sjálfan,
líðr lǫnd yfir,
en lopt bilar;
þaðan koma snjóvar
ok snarir vindar;
þá er í ráði
at regn um þrjóti

Das Meer, sturmgetrieben,
sucht den Himmel selbst,
über die Erde fliesst es,
die Luft wird unfruchtbar;
Dann folgt der Schnee,
und die wütenden Winde,
denn die Götter sind verdammt,
und das Ende ist der Tod.

Waloyo Yamoni

Wir überwinden den Wind

Sprache: Lango

Lango ist eine westnilotische Sprache, die von fast einer Million Menschen in Uganda gesprochen wird.
Das Lied ist abgewandelt von einer Regenmacher-Litanei.

Waloyo yamoni. (Waloyo.)
Wan wamito kot ochwe, oony akirok chutok

Oami! In, kot, alami ichwe. Ka i chwe, beber.

Beber.

Ka monwa olelo (ber)
Ka atino oleo (ber)
Ka awobi owero (ber)
Ka adwong olelo (ber)

Eryamita ka jigi jigi.
Eryam, alech alelech.
Ka kot adok Burutok
Ka yamo adok Burutok
Ilech.

Alech alelech.
Ilech. Opong.
Ilech i dula.
Kalwa opong dero.

Wir überwinden diesen Wind. (Wir überwinden.)
Wir wünschen, dass der Regen fällt, dass er in schnellen Schauern fällt.

Ach! Du Regen, ich beschwöre dich, falle. Wenn du regnest, ist es gut.

Es ist gut.

Wenn unsere Frauen sich freuen (ist es gut).
Wenn die Kinder sich freuen (ist es gut).
Wenn die jungen Männer singen (ist es gut).
Wenn die Alten sich freuen (ist es gut).

Ein nieseliges Durcheinander.
Durcheinander, ein reissender Strom.
Wenn der Regen nach Süden dreht.
Wenn der Wind nach Süden dreht.
Überfliessend.

Ein reissender Strom.
Überfliessend. Möge er füllen.
Ein Überfliessen in den Kornspeichern.
Möge unser Getreide die Kornspeicher füllen.